
Huiuiui, schon Mitte November. Gemäß dieses Blickes aus meinem alten Zimmerfenster kann ich verlauten lassen: Es zieht was auf... die erste Hausarbeit wird am 20ten fällig und die zweite wenige Tage nach meinem Geburtstag. Wenn das mal keine Schande ist! (Wer die Adresse für Geburtstagsgrüße noch nicht hat: Ich, 100D - 350 Columbia St. West, Waterloo, Ontario, Canada, N2L 6G8... hust). Apropos hust, meinem Ohr gehts wieder gut (ist natürlich nix gegen Manus Ohnmacht in Uganda, aber trotzdem erwähnenswert)! Zudem bin ich seit letztem Wochenende umgesiedelt (auf meinen eigenen Wunsch), von Suite B in Suite D - neben Michis Zimmer (nicht mehr gegenüber und deswegen hab ich jetzt auch Sonnenaufgänge vorm Fenster, die ich nicht wirklich oft erlebe...) und damit um einiges weiter von der (mich) wahnsinnig machenden Badezimmerlüftung. Ihr wisst schon: Man macht die Lüftung über dem Herd aus und denkt... aaah - diese Ruhe! Und zehn Zentimeter breiter ist das Zimmer auch noch (sieht ansonsten aber so ziemlich gleich aus). Gewonnen in jeder Hinsicht also.


Heute ist auch mal wieder was erwähnenswertes (Tee trinken und gemeinsames Kochen sind ja nicht so spannend) passiert. Eine Professorin unseres Departments hatte uns zum Potluck eingeladen. Ja: wie, Professorin lädt ein? Wat, Potluck?
Zu 1: Das nennt man dann wohl die persönliche Atmosphäre an unserem Department und so sind wir natürlich auch mit gemischten Gefühlen unterwegs gewesen, allerdings wollten wir natürlich wissen, wie man so wohnt, wenn man hier Professorin ist.

Zu 2: Also sind wir am Abend in ihrem Loft (gut, sieht vielleicht ein bisschen mehr nach was aus, als mein momentanes Zimmer) aufgeschlagen und man muss sagen, die haben die alte Gummifabrik doch zu was gemacht. Potluck bedeutet, dass jeder irgendwat zu essen mitbringt und dann schaut man, ob man satt und glücklich wird. Als ordentliche männliche WG haben wir dann auch für Buletten und Kartoffelsalat gesorgt. Die Stimmung war jedoch zu Anfang schon so am Boden, das alles hinterher nurnoch besser werden konnte, denn Kochen unter Stress ist ja noch schlimmer als Kochen!
Vor Ort hatten wir dann ne nette Mischung aus Buletten, Kartoffelsalat (natürlich!), Nudelsalat, Salat und Salat und Milchreis (für mich in Erinnerungen schwelgend mit Apfelmus - als Allegorie für Cali und Berlin - nein, das Matschige zählt dabei nicht und Berlin ist auch nicht zum 'verlaufen' - oh Gott, schlechte Wortspiele, es ist schon spät) und Bier und Wein. Nicht so ausgewogen hingegen war der Gesprächsstoff. Den ganzen Abend hatte ich mich schon (nein, nicht etwa auf die Menschen... tz) auf den Hund von Frau Schmenk gefreut: Noodles (zu deutsch "Nudel" natürlich)!!

Aber das ständige Hundethema und die dauernde Betüddelei war ein bisschen anstrengend. Wie auch immer, ich kann gerne mal Hundesitten (aber Fiene ist immernoch die einzige...) ;)
So und jetzt werd ich noch ein bisschen Kram für den morgigen Kurs erledigen und dann meiner eigenen Erledigung frönen. Gute Nacht und guten Morgen...

... auch von Noodles (erinnert ein bisschen an Willy, wa?), der hier schon ganz müde an seinem Ball rumknabbert und Glück hat, nichtmehr in dieses Schweinegrippe-Flagschiff zu müssen...

Beim Arzt kriegt man hier inzwischen schon mit einem Anflug Schweißperlen auf der Oberlippe einen Mundschutz. Um Vogelgrippe sorg ich mich allerdings viel mehr. Die grauen Gänse scheinen ungeduldig und lustlos auf ihre Abreise gen Lateinamerika zu warten. Die lungern hier wie die Penner auf den Uniwiesen. Herman scheints schlauer gemacht zu haben. Den hab ich nämlich schon länger nicht mehr gesehen. Ob der wohl schon schlummert? Ich werds jetzt jedenfalls...