Samstag, 27. Februar 2010

Superlative

Werte Leser, entschuldigt die (superlange) Abstinenz, aber nach dem Besuch in DEM Land der Superlative musste ich mich erstmal Reorganisieren und v.a. auskurieren (was bei anhaltender Wohnungssuche irgendwie schwierig ist).Superlative gabs jedenfalls genug: Schneechaos wurde zu frühlingshaften 10°C, die beste Band der Welt hat sich kurz wiedervereinigt, die KuFa ist ein super-Drecksladen für aggressive Halbwüchsige geworden (zumindest samstags?), drei Schlägereien hätte es fast gegeben, 17-mal Übergeben gabs auch ohne Alkohol und natürlich unendlich schöne Zeit mit Cali, Familie, good ol' Friends, Fieni und Emil. Nur Elli hat ganz eindeutig noch gefehlt!

Hier das Fiene-Würstchen im Schlafrock beim Winterspaziergang im Schnee, der so schnell weg war, dass ich ihn kaum bemerken konnte.

Das Revival von Lily Livered soll hier natürlich auch nicht unterschlagen werden. Eigentlich hatte ich eine Vorher-Nachher-Schau mit alten Bildern geplant, die jedoch sind 6500km weit weg eingemottet. Mist. Hier aber die Bilder - mit freundlicher Genehmigung des Fotografen Benni und seinem Assistenten K:


Die Präauftrittsphase mit Interviews und offiziellem Fototermin. Eine Band heute: "Freundlich und 'erwachsen' und genauso bekloppt und 'evil' wie vor 5 Jahren."

Ladies und Gentleman und jetzt, proudly presented, Lily Livered:

Am Caspar: der Bass!

Am Mani: das Mikrofon (und die Bierflasche)!

Am Alex: die Gitarre!

Und am Knut: das Schlagzeug (und die Sonnenbrille)!

Gespielt werden die alten Hits, umgesetzt neue Ideen, die Energie fließt nur so vor sich hin, die Kreativität explodiert (dädädädädädädädädädädäää)!

Nach weiteren offiziellen Posings für die Presse, geben die vier Gründungsmitglieder Lily Livereds natürlich noch eine Geschmacksprobe ihrer Multitalente und kreiieren ein paar neue Songs in neuer Besetzung (dazu: Rezitation alter Beatles Texte):

Kann das ein erneutes Erfolgsmodell werden?

Erstes Bandfoto in neuer, frischer Besetzung.

Je später der Abend, desto schwieriger die Konzentration (oder aber viel besser?)...

Zum Schluss noch: Die Aufnahme für das überlebensgroße Poster, dass in verschiedenen internationalen Musikmagazinen zu finden sein wird!

Übrigens: Die kanadische Eishockeymannschaft hat bei den Olympischen Spielen in Vancouver die Goldmedaille geholt! Und gegen wen? Die (als degeneriert geltende) USA! Muaaah! In Toronto war der Bär los! Und dies Freundchen, das wir im Naturkundemuseum getroffen haben, enthalte ich euch natürlich auch nicht vor:


Donnerstag, 11. Februar 2010

It's the scheisse!

So noch eine kurze Rückmeldung, bevor der Start in die Reading Week stattfindet! Als ich nichtsahnend heute in der Uni durch die Gegend lief, fiel mir ein besonderes Schmankerl der Werbegeschichte auf, dass für den deutschen Kosmos eine besondere Bewandnis hat:

Der neue Golf GTI - It's the scheisse. Stirnrunzelnderweise steht man vor der Werbeanzeige und rätselt, warum der Golf denn nun so scheisse sein soll, können doch erst recht keine Autos bauen auf diesem Kontinent und die Firmen finanziell gesund halten sowieso nicht...
Nunja, ein kanadischer Kommilitone half mir dann auf die Sprünge: "It's the shit!" wird gerne benutzt, um auszudrücken, dass man etwas total toll findet, geil sozusagen. "It's the scheisse!" ist nun also die originelle Spielerei mit der deutschen Sprache. Denn ein Wort kennt auch hier in Kanada jeder: "Scheiße" (Und nicht nur das: Auch dem Libyer Haitham war das Wort schon vorher bekannt...).
Tja, scheiße, dass, äh, blöd, dass sie nur "Scheiße" können. Aber darauf kann man ja aufbauen. Hust.

So, und jetzt: Reading Week. Mit beiden anhängenden Wochenenden immerhin zehn Tage zur Selbstmord-Abwendung. It's the scheisse, man!

Mittwoch, 10. Februar 2010

Strange things going on

Hat jemand von euch schonmal versucht, mit einem half pounder Baconator nem Bus hinterher zurennen? Nein? Ich hatte gestern exklusiv die Ehre, diese Erfahrung, die in keinem Lebenslauf fehlen sollte, zu machen. Nachdem ich ein weiteres Mal meinem Favoritenladen Wendy's 8$ in den Hals gesteckt hab, um für umgerechnet 5,40€ eine - im Vergleich zu deutschen Burgermenu-Pendants - viel mächtigere und dazu auch noch schmackhaftere Portion zu bekommen, machte ich mich nichts ahnend zurück auf den Weg zur Bushaltestelle. Natürlich in time, denn man weiß ja, die Busse fahren hier irgendwie... naja sagen wir: komisch.

Eigentlich hätte ich noch lockere fünf Minuten oder so Zeit gehabt, als plötzlich der Bus meines Verlangens neben mir an der Ampel hielt - na toll und noch 350m zur Bushaltestelle! Okay, er hat grad gehalten, ich habe Vorsprung... losgesprintet... puh... schwere Tasche dabei... eieiei, -11°C kalte Luft... da fühlt sich der Hals irgendwie gleich rau an... egal, im Bus ist's warm... scheiße... ein Rucken... VERDAMMT... Umhängegurt der Tasche gerissen... das kann doch nicht wahr sein!!!... und der scheiß Bus (entschuldigt, aber es soll ja authentisch bleiben) hat mich auch noch überholt... egal, der muss ja noch mindestens zwei Minuten stehen... die Tasche unter den Arm geklemmt und weiter... ein Glück, dass sie nicht runtergefallen ist, sondern ich sie im Sturz geschnappt hab... wäre Lappi ja nicht gut bekommen... Winterstiefel eignen sich eigentlich garnicht so fürs Rennen... aus dem Weg - Idioten!... Okay, gleich hab ichs... er steht noch! ....................................................................... Woraufhin der miese Busfahrer losfährt, mich mit kaputter Tasche, Hirn- und Halsfreeze und... igitt... durchgeschütteltem Baconator, Pommes und Sprite da stehen lässt. Herrlich, der Sound dazu: "Babyshambles - Fuck Forever". Wie passend und gleichzeitig ein bisschen Gleichgültig machend, noch passender.

Der nächste Bus? In 45 Minuten. Falls ich noch nie erwähnt hatte, dass die Busse hier nach eigenen Gesetzen fahren (wenn sie denn kommen), dann sei das hiermit erwähnt. Denn mein Bus stand noch an der Anzeigetafel mit 2 Minuten Wartezeit!!! Hin- und hergerissen zwischen Pete Doherty geschwängerten Abschuss-Gleichgültigkeits-Gedanken, Rock'n'Roll-Arschloch-Haltung und Hells Angels-Aggressivität bin ich dann zum Campus gelatscht (war ja nur ne halbe Std.)... und dort hab ich dann zum Glück noch den Shuttlebus ins Columbia Lake Village bekommen, obwohl er schon losgefahren war (was solls, war ja schon in Übung...). Diesmal bin ich gleich auf die Straße gerannt (keine Angst, auf dem Campus ist nicht soviel Verkehr) und er hielt dann gnädigerweise noch an...

Achja, die grüne Flagge... ein paar Meldungen gabs ja - Danke! - und ich muss sagen: Eigentlich habt ihr alle recht! Klingt jetzt total unbefriedigend, oder? Nunja, ich hätte euch gerne die Erklärung geliefert, dass die Flagge grün ist, da Grün als Farbe des Propheten Mohammed gilt und deswegen die Treue zum Islam ausdrücken soll... als ich Haitham jedoch nach Informationen aus erster Hand gefragt hab, entsponn sich daraufhin eine ca. 3-stündige Diskussion darüber, welche Farbe jetzt dem Islam zugeordnet wird (Weiß nach Haithams Meinung, Grün, Weiß und Rot nach Salamis...). Letztendlich kann man sagen, nichts mit dem Islam zutun hat jedenfalls Gelb. Achja und Rot wird von Männern nicht getragen, weibisches Zeug bzw. wer will schon die Farbe der Aggression tragen? Ähm, Schwarz ist nicht die Farbe des Todes, sondern der Kaaba, aber auch des Todes und der Koran wird hauptsächlich grün und rot gebunden, gibts aber auch in Schwarz und Weiß. Die Innenräume von Moscheen sind nicht vorwiegend grün (so hieß es im Internet - nein, nicht Wikipedia), sondern weiß, rot, grün und sonstewat und achja, Haitham weiß das mit dem Weiß (haha...) ganz genau, weil seine Familie vom Stamm des Propheten abstammt (und wir sind alle Kinder Abrahams, na dann, wunderbarer Erklärungsansatz für grassierende Blödheit, bei dem bisschen Erbgut, dass wir da nur variieren). Die Flagge bedeutet also irgendwie alles. Grün für Islam, Grün für den grünen Landstreifen Libyens an der Küste, Grün für die "Grüne Revolution" Gaddafis, Grün für das Paradies (den dort tragen die Männer laut Koran grüne Seidenhemden), Grün für die Hoffnung, Grün für den Neid... fallen euch noch irgendwelche Allgemeinplätze ein? Klingt, als wärs eher darum gegangen, ne billige Flagge ohne Firlefanz für ein sozialistisches Land herzustellen.
Hinzu kamen dann gleich noch Diskussionen darüber, dass jeder der nicht die fünf Gebote des Islam befolgt kein Moslem ist und außerdem man das Ganze nur als Paket bekommt. Auf meine Frage, ob der Islam seiner Ansicht nach eine tolerante Religion wäre, stieß mir ein ungläubiger Blick entgegen - natürlich - warum jedoch keine gemäßigten Varianten zulässig sind, hab ich immer noch nicht verstanden. Was gibts aber auch zu verstehen, der Koran ist Gottes Wort (von ihm selbst geschrieben) und auch wenn Mohammed keine Zeugen vorweisen kann (wie man ja sonst einen männlichen und zwei weibliche für den gleichen Wert braucht) ist das halt alles so. Ich hab mir den Koran jedenfalls mal zugelegt und werde weiterhin herausfordernder Weise mit meinen beiden Koranlehrern in meiner eigenen kleinen Koranschule diskutieren. Andererseits gibts wiederum nix zu diskutieren, weil ist ja Gottes Wort und so. Immunisierung? Neiiiiiiiiiin, wie ich darauf käme...? Wie immer wars endlos und ein bisschen wirr (wie auch dieser Abschnitt), aber doch irgendwie spannend mit der islamischen Front (Scott ist immer sehr still, der redet ja lieber über Wasser... und die Reinigungsrituale haben wir schon lange durchgesprochen)!

Ansonsten Uni läuft, Reading Week steht an (ab Freitag) - das sind kleine Ferien, von denen man sich erzählt, dass sie eingeführt wurden, um die Selbstmordrate im Winter zu senken, denn im Februar gibts da irgendwie immer so ein kleines Hoch. Winter läuft schon bald vier Monate und man muss noch weitere 2 Monate aushalten und so... das ist jedenfalls das Volksmärchen dazu.

Als letzte Meldung für das heutige Kuriositätenkabinett: Salami benutzt Hautaufhellungscreme - ist das die Erklärung für seine überdurchschnittlich häufigen Badbesuche? Als Haitham (der Leidende in meinem alten Zimmer, direkt neben dem Bad) ihn mal fragte, warum er so oft ins Bad müsse, zog Salami es vor, darauf nicht zu antworten. Oooookay. Keiner will ja auch die langsame Verwandlung in Michael Jackson oder so stören, gell? Respekt, alder bzw. hier eher: man!

Jaja, ich sag doch: strange things going on... überall... auf meinem Blog schneits, passend zu momentanen Zuständen und hier gibts noch Cali bei ihren ersten Fahrversuchen mit dem Prüfergespann Stöhr/Fischer:

(Copyright by Michi)

Mittwoch, 3. Februar 2010

Geheimnisse des Wüstenstaats

Hier Alexander von Deutschland. So sagt man, wenn man sich auf Arabisch vorstellt. Klingt doch herrschaftlich, oder? Ich dachte jedenfalls, mir das für meine Zeit hier in meiner Multikulti-WG auf die Stirn zu schreiben. Nach regem Austausch mit Haitham von Libyen gibt es nun auch exklusive Geheimnisse aus dem Wüstenstaat Libyen, der zu 85% aus Sahara besteht. Ich hoffe der libysche Geheimdienst ist des Deutschen nicht fähig (ist ja eher Italienisch - Achtung, Mussolini-Hass - das dort noch teilweise üblich ist). Denn neben dem Wissen, dass unsere mittelalterlichen Metzger sich mal lieber auf die chirurgischen Künste der mehrfach vorhandenen Universalgenies in den arabischen Ländern verlassen hätten (das es die gibt - klar, aber wie sie heißen... nunja, um ehrlich zu sein, weiß ich das immernoch nich. Wer soll sich die arabischen Namen schon merken...), kenne ich seit heute das Geheimnis des libyschen (arrg, diese Schreibweise...) Essens, haltet euch fest:

Es ist der Mix von italienischen Grundzutaten, indischen Gewürzen und der libyschen Kochart! Mehrfach schon hat Haitham das heraufbeschworen und bei seiner Würde - ja, ein Wort, das wahrlich oft fällt - verteidigt. Und heute gabs dann Makkaroni mit Fleisch, Gewürzen und libyscher Kochweise (die hier leider etwas flach fällt, da die Geräte nicht vorhanden sind). Das ist nen ziemlich einfaches Gericht, weil Haitham nicht so firm ist, was das Kochen angeht (seine Mutter ist - natürlich - eine Kochgöttin und seine Schwester auch. Wie es wohl um die sechs Jungs der Rasselbande steht?). Jedenfalls bedeutet 'einfach', dass die Makkaroni mit dem Fleisch und allem Gemüse gemeinsam gekocht werden. Dann kommen die Gewürze dazu und es entsteht eine - zugegebenermaßen - fettige Sauce, in der das Zeug dann noch nen Stündchen weiterköchelt. Klingt strange? Sieht auch so aus. Aber - ich muss zugeben, sehr essbar, v.a. die angenehme Schärfe. Und nichtmal verkocht. Und das jetzt noch zehnfach gesteigert... ich sollte nach einem libyschen Restaurant in Toronto Ausschau halten - oder irgendwann mal von den Künsten seiner Mutter kosten.

Warum die libysche Flagge genau SO aussieht...:


...verrate ich euch nicht. Soviel jedenfalls: Sandgelb wär doch langweilig gewesen und so... ausdruckslos.

Was ist euer Tipp?

Ich bin gespannt auf die Kommentare (einfach unten auf 'x Kommentare' klicken... - Googlen unerwünscht. Natürliches Rätselraten fördert viel schönere Ergebnisse zu Tage - schon bei meinem Gespräch mit H. v. L.)

Die Audienz ist beendet! Klapp klapp!

Alexander von Deutschland