Damit sich auch keiner Sorgen machen muss, dass wir in einem Loch oder ähnlichem hausen, gibt es hier mal schnell ein Update der Wohnsituation, nachdem ich nun endgültig in Toronto angekommen bin. Das hier ist also die Denkfabrik für die Masterarbeit und unser Nest:
Freitag, 30. April 2010
Dienstag, 27. April 2010
The end of an era...
...und gleichzeitig der Beginn einer neuen. Heute bin ich also erfolgreich umgezogen und schon fast wieder eingerichtet. Bilder des neuen Heims folgen so gegen Wochenende, denke ich. Erstmal werde ich mich jetzt an die neue Umgebung ein bisschen gewöhnen und dann geht das Masterarbeitsprojekt so richtig los - bisher steht die Einleitung, mal sehen, ob Dr. John sie so schluckt!
Mit meinen Jungs hab ich dann noch soviel Zeit wie möglich verbracht, das bedeutete Pizzaessen, Filme gucken und uns per Diskussion vor Augen führen, wie verschieden unsere kulturellen Hintergründe sind und wie wenig wir das Gleiche meinen, wenn wir beispielsweise von Freiheit sprechen. Übrigens rechtfertigt Salami die Vielfach-Ehe (vier Frauen sind erlaubt) im Islam als folgendes Rechenexempel: Da es über 9 Millionen Frauen mehr als Männer auf der Welt gibt, hätten die (armen, armen) überschüssigen Frauen ja dann keinen Ehemann! Umgekehrt, also eine Frau, vier Männer, geht gar nicht. Da wüsste man ja nichtmal, wer der Vater des Kindes ist! Gütig, der Herr Salami, nicht? Der Begriff von Freiheit schließt für Moslems offenbar übrigens auch ein, dass man andere - man darf ja machen was man will! - auch diskriminiert. Und so würde, wiederum Salami, seinen Sohn zum Arzt bringen, wenn er ihm mitteilte, dass er homosexuell sei. Außerdem - ist es dann auch ok, wenn jemand Kinder und Tiere begehrt? Oh man, ich dachte, ich bin im falschen Film. Aufschlussreich war es trotzdem wiederum. Ob ich meine arabischen Freunde allerdings dazu gebracht hab, ihre binäre Weltsicht (richtig/falsch) mal zu hinterfragen, auch im besten Judith Butler-Sinne, weiß ich nicht so genau. Vielleicht ein bisschen. Denn beide Fragen sich schon jetzt, wie sie wohl sein werden, nach ihren Jahren in Kanada (und das tun vor allem auch ihre Familien). Das Ende einer Ära also, aber wir werden (so heißt es ja immer) Kontakt halten. Ich bin gespannt, lohnenswert wärs auf jeden Fall!
Bevor unsere Film/Diskussions-Nacht losging, haben meine arabischen Mitbewohner aber noch einen (funktionierenden!) Fernseher aus dem Müll gefischt.
Ich hab damit nichts zutun! Der Stolz ist Haitham dennoch anzusehen (und der schlechte Bildausschnitt auch) ;)
"Pretend to be cool!" - sehr unterschiedliche Ergebnisse, würd ich sagen - man beachte Salami.
Am nächsten Tag ging es dann hochmotiviert...
...an die Grundreinigung unserer Bude...
...durch das hochprofessionelle Putzgeschwader (man beachte wiederum Salami, erinnert mich an nen ca. 12-jährigen irgendwie). Hust.
So sah mein Zimmer zuletzt aus...
...so im Umzugschaos...
...und so schließlich - um den Dreiklang zu vervollständigen - im blanken, geputzten Zustand.
Voll bepackt gings dann also per Leihwagen nach Toronto...
...bye bye, Unit #100 im CLV.
Mit meinen Jungs hab ich dann noch soviel Zeit wie möglich verbracht, das bedeutete Pizzaessen, Filme gucken und uns per Diskussion vor Augen führen, wie verschieden unsere kulturellen Hintergründe sind und wie wenig wir das Gleiche meinen, wenn wir beispielsweise von Freiheit sprechen. Übrigens rechtfertigt Salami die Vielfach-Ehe (vier Frauen sind erlaubt) im Islam als folgendes Rechenexempel: Da es über 9 Millionen Frauen mehr als Männer auf der Welt gibt, hätten die (armen, armen) überschüssigen Frauen ja dann keinen Ehemann! Umgekehrt, also eine Frau, vier Männer, geht gar nicht. Da wüsste man ja nichtmal, wer der Vater des Kindes ist! Gütig, der Herr Salami, nicht? Der Begriff von Freiheit schließt für Moslems offenbar übrigens auch ein, dass man andere - man darf ja machen was man will! - auch diskriminiert. Und so würde, wiederum Salami, seinen Sohn zum Arzt bringen, wenn er ihm mitteilte, dass er homosexuell sei. Außerdem - ist es dann auch ok, wenn jemand Kinder und Tiere begehrt? Oh man, ich dachte, ich bin im falschen Film. Aufschlussreich war es trotzdem wiederum. Ob ich meine arabischen Freunde allerdings dazu gebracht hab, ihre binäre Weltsicht (richtig/falsch) mal zu hinterfragen, auch im besten Judith Butler-Sinne, weiß ich nicht so genau. Vielleicht ein bisschen. Denn beide Fragen sich schon jetzt, wie sie wohl sein werden, nach ihren Jahren in Kanada (und das tun vor allem auch ihre Familien). Das Ende einer Ära also, aber wir werden (so heißt es ja immer) Kontakt halten. Ich bin gespannt, lohnenswert wärs auf jeden Fall!
Montag, 26. April 2010
Nahaufnahme und Semesterende
Leider hatte ich nur das Handy dabei. Dieser Herman hat sich nicht von der Stelle gerührt, egal wie nah ich kam, deswegen bin ich mir nicht sicher, ob er nicht vielleicht verletzt ist... ich schau nachher nochmal.UPDATE, 1.40 am: Das Herman war zum Glück nicht mehr zu finden, nachdem ich zwei Stunden später nochmal vorbeigeschaut hab. Ende gut, alles gut. So auch mit dem Winter Term - der hat heute nämlich offiziell geendet. Zur Feier gabs eine Department-Conference und - natürlich - ein Potluck @ Noodle's aka Frau Schmenks Loft (hat auch nur zu einem unmotivierten und nicht sehr guten Foto gereicht - Jillians Bilder aus den Rockies waren viel spannender).
Um das Ganze zu krönen, sind Isi, Michi und Ich dann noch mit zu Jillian getapert. Dort haben wir meine Pläne (anhand von Jillians noch mehr Wanderungsbildern) für den August weiter entwickelt - evlt. nach Calgary, durch die Rockies Richtung Vancouver, weiter nach Victoria (Scott besuchen) auf Vancouver Island und dann von Vancouver aus zurück. Mal sehen, was draus wird. Erstmal müssen Jillian (übrigens eine kanadische Kommilitonin mit österreichischen Vorfahren), ihr Freund Chris, Cali und Ich noch einige Plätze in Ontario bewandern (das ist der Plan!). Gelungen war mein letzter Abend (zumindest mit festem Wohnsitz hier) in Waterloo aber alle mal - Übernachtungsangebote für die nächsten vier Monate gab es zudem zum Glück genug :)
Und nachdem ich auf dem windigen Rückritt per Pony von Kitchener nach Waterloo fast ne schwarze Katze überfahren hätte, die einfach aus einem Müllhaufen heraus vor mein Fahrrad lief (von links nach rechts - ich hab sie in voller Fahrt dann am Schwanz berührt, bis sie in letzter Sekunde abbog - meine Fresse hab ich mich erschrocken, inklusive unkontrollierter Lautäußerung), geh ich erstma ins Bettchen, denn morgen will ja schließlich ordentlich gepackt werden!
Samstag, 24. April 2010
Uniarchitektur - Südcampus
Um mal einen authentischen Eindruck von einer 53-jahre jungen Uni aus Nordamerika zu vermitteln, hab ich mir mein neues Pony geschnappt und bin ein bisschen über den Campus geritten (ich entdecke meine Fahrradfahrzuneigung wieder). Sehr kontrastiv das Ganze:
Dies wird das neue "Quantum-Nano-Zentrum" (uhu...).
Hier ein Bau der ersten Stunde - die Needles-Hall.
Die Fakultät der Biologen inklusive Gewächshaus.
Auf der einen Seite: brandneu und hypermodern (v.a. innen).
Auf der anderen Seite: 60er Jahre Hörsäle der Arts Lecture Hall.
Clash of Styles. Fast Postmodern treffen sich Neu und Alt bei der Hagey Hall.
Die Nordwest-Seite der Hagey Hall. Die Namen kommen entweder durch kräftige Sponsoren zustande oder aber werden nach ehemaligen Uniheiligen gewählt.
Das neue Tatham-Centre für den Karriereeinstieg und mit repräsentativen Räumen.
Ganz übel: die East-Campus Hall. Wirkt wie eine Festung des schlechten Geschmacks.
Das daneben fast verzaubert wirkende Grad-House mit exklusiver Schanklizenz!
Die Wirtschaftler & Maschinenbauer denken ja eh eher funktionalistisch.
Die 'berühmte', weil von überall sichtbare, Dana Porter Library.
Die Environmental und Physics Fakultät, auch hier Alt und Neu.
Ein Flagschiff: Ich präsentiere die erste Mathematik-Fakultät der Welt. Und eine der geschätztesten. Buh.
Das Davis-Centre für Computer Sciences mit Centre Pompidou-Anleihen.
Das Student Life Centre (SLC) mit Fressbuden, Bank, Frisör, Massagesalon, Technik- und Buchläden, Apotheke, Pub (schließt um 12), Turnkey Desk, Tim Horton's, Convenience Store, Fotograf, Zweiradmechaniker und 24/7 Rumhäng-Möglichkeiten. Daher also der Name.
Physical Activities-Complex (PAC) I mit Schwimmhalle, allen möglichen Plätzen (inkl. Squash und Tennis) und Bereichen für Bogenschießen u. Co.
Der Blick übers Village Green zu den uninahen Wohnheimen.
Exkurs: Das ist die Kanada-Gans die ich beim obigen Foto scheinbar zum Territorium-Verteidigen anreizte. Denn hier sieht man sie mich schon ordentlich anfauchen. Keine Minute später wird sie auf mich losgehen. Bedrohlich! Konnte rechtzeitig einen Schritt rückwärts machen und hab mich dann lieber verzogen...
Und nicht zuletzt noch das Modern Languages Building, das auch das German Department beherbergt. Wie schön, dass soviel Grün die manchmal diskutablen Gebäude verdeckt!
Der Südcampus ist übrigens bisher noch der Hauptcampus. Allerdings, wie mehrfach bereits erwähnt, expandiert die Uni Waterloo kräftig, so dass es inzwischen auch einen Nordcampus gibt, der einen Flughafenflair mit sich bringt, denn alle Gebäude sind groß und quadratisch, die Straßen ziemlich breit und das Gelände weitläufig. Ich fühl mich dann immer an Flughafen-Peripherie erinnert. Fotos davon folgen vielleicht demnächst, obwohl ich mit dem Teil eigentlich nichts zutun hab (bis auf das das CLV auch auf dem Nordcampus ist. Naja, man sollte eher sagen Nordwestcampus. Zwischen CLV und Flughafen, äh, Nordcampus, liegt ja schließlich noch der ganze Columbia Lake... also mal sehen!
Donnerstag, 22. April 2010
Was Studies alles wegschmeißen...
...während hier gerade der große Auszug aus dem CLV angesagt ist! Die Undergrads müssen bis zum 22.4. - also heute - ausgezogen sein und scheinen in der Hektik auch mal noch brauchbare Dinge wegzuschmeißen. Oder aber, jemand von dem hohen Anteil internationaler Studenten geht zurück in sein Heimatland und ist sperrige Dinge vorher nicht mehr losgeworden, bzw. dachte es wär kaputt. Hier mein neues Fahrrad (das nach ein bisschen Schrauberei - und hey, ICH hab das hinbekommen - wieder fit ist, auch wenns ordentliche 8ten in den Reifen hat):
Mittwoch, 21. April 2010
Ein weißes Eichhörnchen!
Nee, kein Albino. Aber ein skelettiertes. Ist doch auch was! Jedenfalls war das eine meiner Entdeckungen bei meinem Ich-nutze-das-bisschen-Freizeit-gerade-mal Spaziergang, neben Sonnenschein, wiederkehrenden Farben und einem aufgeschreckten Fischreier. Dazu die neue Coheed & Cambria-Scheibe in den Ohren (klingt sehr nach Dehnung?!). Herrlich.
Ihm habe ich noch meine kleine Erkältung gestiftet (Hinweis: Größenverhältnisse stimmen nicht, für sein Ego hab ich mich kleiner und er sich größer gemacht - diesen kompromittierenden Hinweis kann mein arabischer Freund eh nicht verstehen...).
Spielen wir ein Spiel: Such das Eichhörnchen!
Sunshine.
Hier wehrhafte Natur...
...hier zerbrechliche...
...und hier üppiger werdende.
Fischreier auf der Flucht.
Fischreier-Sonnenromantik...
...Bäumchen-Mondromantik.
Trügerische Idylle...
...doch in dieser hat jemand ein Eichhörnchen getötet! Hier der Tatort.
Betrachtung eines Teils vom Unterkiefer im Zuge meiner forensischen Untersuchung.
Solange es nicht ausgeschlossen werden kann, gehe ich davon aus, dass es Mord war. Wie lange die Leiche hier schon liegt? Lange - gehts noch präziser? - nach weiteren Untersuchungen.
Die Natur hält so einige Tücken bereit.
And now to something completely different: Badewetter!
Aber nicht doch, Jungs. Nicht alle den Kopf hängen lassen!
Bis bald!
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