Freitag, 27. August 2010

Arbeitsaufträge

Der Tag heute, der vorletzte meiner Reise, stand eher unter dem Stern einer praktikableren Ausrichtung. Für meine Flüge wollte ich mir noch eine Transporttasche besorgen, damit mein Cerro Torre nicht noch mehr in Mitleidenschaft gezogen wird. Außerdem war ich noch auf der Suche nach einer günstigen Version des von Jill und Greg empfohlenen Romans "The Outlander" von dem kanadischen Autor Gil Adamson, den ich zwar schon für $18,90 im Davie Village um die Ecke entdeckt hatte, aber das musste doch irgendwie noch günstiger gehen... Um das zu gewährleisten, habe ich mich von der Downtown-Halbinsel heruntergewagt, über die False Creek hinaus und im Zuge dessen gleich vier weitere Stadtteile erkundigt - um das Stadtkennenlernen mit den Arbeitsaufträgen zu verbinden. Nach dem Wie-immer-Frühstück und ein bisschen Telefoniererei (endlich hat das Skypen bald ein Ende...) brach ich zuerst ins Szeneviertel Kitsilano auf, über die gewaltige Granville St. Bridge, vorbei an den berühmten Granville Island Markets, gings direkt dort hinein. Es hielt mich aber nicht lange und so marschierte ich weiter, in Richtung meines Ziels, dem nachhaltig organisierten Mountain Equimpent Coop-Store im Stadtteil Mount Pleasant. Der Weg dorthin führte mich durch South Granville, entlang einer groooooßen Einkaufsstraße direkt vor die Füße des Ladens. Drinnen schnell fündig geworden (zuerst unschlüssig ob passend - aber wenn nicht, kann ich in Toronto umtauschen), zwischendurch von Deutschen (die deutsche Plage greift um sich...) für einen Kanadier gehalten (letzte Nacht: 4 Betten, 4 Deutsche... es wird immer schlimmer) und schließlich zugeschlagen. MEC arbeitet auf einer Non-Profit-Basis, was die Preise für Outdoor-Equipment hier fast unschlagbar macht. Ein 1% jeder Rechnung geht des Weiteren in Umweltprojekte. Allerdings muss man so vornehmlich mit der Hausmarke (die ganz gut ist!) und zwei, drei anderen Anbietern leben (ich als Lowe Alpine-Fan hab also schlechte Karten dort, bin aber trotzdem Mitglied). Das Buch habe ich übrigens in South Granville aus einem Used Books-Store gefischt, für $9 statt $19! Bin mal gespannt... Nach kurzer Nahrungssuche trat ich dann meinen Rückweg durch den Stadtteil Yaletown (auf der südlichen Hälfte der Downtown-Halbinsel) an. Gabs noch irgendwelche besonderen Vorkommnisse? Wie mans nimmt: ein überfahrenes Stinktier, das seinem Namen sehr gerecht wurde; ein ordentlicher Brummer im Rollstuhl, dem ich beim Erklimmen des Bürgersteigs half (durch meine Naivität war mir das Gewicht nicht so richtig bewusst - hat aber geklappt); und zu guter Letzt: die Vorstellung das mich der "Cirque du Soleil" verfolgt (den Montréaler Zirkus konnte ich nun bereits in Auckland, Perth, Hamburg, Nürnberg, Hannover, Toronto, Montréal und - heute - Vancouver entdecken...). Zurück im Hostel erwartete mich ein weiterer Arbeitsauftrag: nochmal finale Bachelorarbeits-Revision. Drückt alle die Daumen, dass das Ding nun zum Wochenende fertig wird! Wir wollen doch alle unsere Tassen im Schrank behalten... Der geplante Besuch im größten Aquarium Kanadas wird somit das Bonbon für den letzten Tag werden, denn heute wartet nurnoch ein traditioneller Abendspaziergang und mein neues Buch! Macht aber nix, morgen solls dann eh Regen geben (der hat sich heut Nacht schonmal vorgestellt, allerdings hat das die Stickigkeit im Zimmer nicht beseitigt...).

Von der riesigen und recht hohen Granville St. Bridge aus bekommt man Ausblicke auf die Stadt, die hier wie aus einer Stadtplanungs-Animation ("Wir verschönern den Anblick Vancouvers, tilgt die Industrie, schafft Wohnfläche!") aussieht...

...auf der anderen Seite der False Creek ist dann der Granville Island Market auf seiner eigenen kleinen Halbinsel für Shoppingsüchtige...

...während man die Downtown-Welt hinter sich lässt (man beachte: Die Brücke ist 8-spurig - hier sieht man nur die vier Spuren der Westrichtung).

Die False Creek (übersetzt: "Falscher Bach") ist ein etwa 2km langer, Downtown begrenzender Meeresarm, der ehemals für Industrie genutzt wurde, nun aber eine edle Wohngegend ist (die Brücke ist die Burrard St. Bridge)...

Übrigens: Um die Berge mit auf die berühmten Panorama Bilder von Vancouver zu bekommen, wird die Stadt immer von Mount Pleasant aus fotografiert oder aber nur der Stadtteil North Vancouver muss herhalten. Vom Wasser aus gesehen, unterstützen keine Berge das Stadtäußere!

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen