Der letzte Tag war recht gemächlich. Eigentlich habe ich das Gefühl, den ganzen Tag nur vor einem Computerbildschirm gehangen zu haben, obwohl kaum jemand online war (und das an nem Regentag). Ich hab auf meinen Online Check-In gewartet, um mir einen Platz am Notausgang sichern zu können, die Mediatheken der Öffentlich-Rechtlichen durchforstet, die online Magzine leer gelesen und dann - mit kurzer 45-minütiger Unterbrechung auf dem Weg dahin - gab es das Aquarium. Im irrgartenartigen Stanley Park habe ich heute übrigens meine ersten (und wohl letzten) zwei schwarzen Eichhörnchen in Vancouver gesehen, als dann noch eine dreiköpfige Waschbärenfamilie aus dem Wald heraustrat, war endlich bewiesen, dass es auch hier (wenn auch sehr viel weniger) Tiere in der Stadt gibt (abgesehen von Raben und Möwen)... Vor den Scheiben der Aquarien jedenfalls hatte man dann wieder teilweise auch das Gefühl, vor einem Bildschirm zu stehen (wenn man das nicht real auch tat). Das Aquarium habe ich bis heute aufgeschoben, weil ich es mit $21 für Studenten doch recht teuer fand. Inzwischen habe ich aber herausgefunden, dass das Aquarium quasi nur ein Anhang für eine Forschungsstation ist, in der nicht nur geforscht wird, sondern auch vielfältige Schutzprogramme für die kanadische Westküsten und Ozeanregion organisiert werden. Der Laden ist also eine nicht staatlich unterstützte Non-Profit Organisation, weshalb das Geld also für einen guten Zweck ist. Nun denn, so tat der Preis garnicht mehr so weh. Drinnen gab es dann auch einiges zu sehen. Nicht nur verschiedene Klimazonen wie die Tropen oder die Arktik warteten mit ihrer Wassertiervielfalft auf, auch gabs eine große Sektion, die ausschließlich die Schätze in den Gewässern British Columbias zeigte. Dazu gehörten auch die in großen Becken draußen untergebrachten eleganten Delfine, beeindruckende Belugas, niedliche Seeotter und faule Seelöwen. In den Aquarien drinne war alle mögliche bunte Vielfalt zu sehen, von Korallen über Katzenhaie, Riesenschildkröten und sonste was. Konnte man sich alles garnicht merken. Spannend war der BBC 3D Film "Shallow Seas", der im - oho - 4D Kino des Aquariums gezeigt wurde. Nicht nur durfte ich also mal die 3D-Kinotechnologie kennenlernen. Nein noch mehr. Man durfte das alles quasi am eigenen Leibe erleben. Klatschte ein Delfin zurück ins Wasser wurde man (ein bisschen) nassgesprüht, krochen Seesterne über den Meeresboden vibrierte der Sitz, filmte die Kamera über dem Meeresspiegel wehte ein Wind durch den Raum und als die Seeschlange beim Jagen zugriff, wurde man von hinten angepoket. Aufregend. Übrigens ist das Aquarium Vancouver eines der ältesten öffentlich-zugängigen Aquarien weltweit (eröffnet 1956), zudem das größte in Kanada und unter den fünftgrößten in Nordamerika. Im Anschluss hab ich mir noch die Belugawalshow angeschaut und bin dann wieder, halb verhungert, richtung Hostel gelaufen. Rechtzeitig noch den Hungertod abgewendet, habe ich anschließend eine Dusche genommen, meinen Kram soweit wie möglich gepackt, mich unfreiwillig mit dem ekligen alten Ami (ignorantes Arschloch, steht um 4 auf und geht 13x zwischen Bad und Zimmer hin und her und lässt die Tür knallen, schmeißt seinen Koffer 5x um und nimmt auch sonst keinerlei Rücksicht auf die restlichen drei Zimmergenossen) ohne Zähne unterhalten und nun vertändel ich noch meinen Abend. Cheers!
Gegen 14Uhr klarte das Wetter etwas auf, blieb aber von launischem Äußeren, hier die Skyline vom Stanley Park aus, wo das Aquarium lokalisiert ist...
...in dem sind wiederrum faszinierende Geschöpfe beheimat, hier eine Riesenschildkröte,...
...die in teilweise schön nachgebauten Unterwasserwelten umherschwammen...
...dich aus dem eigenen Terrarium anglotzten (Such die Augen!)...
...oder schnell die kurve kratzten, wenn die ganzen schreienden Kinder angestürmt kamen.
Hier noch eine Meeresblume aus dem Hollywood des Nordens, wie die Stadt wg ihres Filmengagements auch genannt wird.
Quallen. Hinter Glas am schönsten...
...und immer so beruhigend, hach.
Am frühen Abend dann, war das Wetter gut... da hieß es dann: Tschüss, Vancouver...
...und vorbei am Yachthafen gings zurück ins West End für die letzte Nacht.PS: Mein Handy scheint sich übrigens auch langsam zu verabschieden. Erzählt mir immer, der Speicher sei voll, obwohl das völliger Quatsch ist. Zumindest kann ich keine SMS schreiben und offensichtlich auch nicht empfangen. Alles was mit dem Telefonspeicher zutun hat (ich nehme an, nach den Jahren ist der Arbeitsspeicher zugemüllt), will nicht. Nur das ihr bescheid wisst. Ab dem 1.9. bin ich außerdem (mit einem anderen Handy...) wieder unter der bekannten Handynummer, die ich schon seit Jahren hab, erreichbar!
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